Der Herausgeber über Familienstürme
Familienstürme ist die Essenz vieler Lebens- und
Familiengeschichten, die ich in meiner psychiatrischen und
psychotherapeutischen Arbeit von meinen Patienten erfahren
habe. Daraus habe ich die Geschichte einer Familie
konstruiert, die Geschichte von der skurrilen Barbara, von
ihrer Mutter, die die Wirklichkeit überlistet, ihrem
Vater, der Karriere macht, und ihrer Schwester, die
unbemerkt fast glücklich wird.
Es geht in
dieser Geschichte um das seelische Erleben von Barbara, die
an einer Schizophrenie erkrankt, um die Familienbeziehungen
und um den Zusammenhang zwischen seelischem Erleben und
gesellschaftlicher Realität. Am Beispiel der
Schizophrenie lässt sich gut zeigen, wie seelische
Störungen mit familiären Beziehungen verwickelt
sind.
Diese Zusammenhänge hätte ich
nicht in Form einer theoretischen Abhandlung beschreiben
können, weil sich das Leben einer Familie mit all
seinen inneren und äußeren Verflechtungen nicht
in einer theoretischen Abhandlung darstellen lässt. Am
Beispiel einer Familie, die ich behandelt habe, konnte ich
es auch nicht darstellen, weil ich von einer einzelnen
Familie nicht so viele Details kenne, abgesehen davon, dass
ich die Familie damit bloß gestellt hätte. Ich
habe darum die vorliegende Form gewählt, was das Ganze
einem Roman ähnlich macht. In diesem Sinne ist die
Geschichte frei erfunden und jede Ähnlichkeit mit
lebenden oder toten Personen zufällig.
Vom
fortlaufenden Text der Geschichte abgehoben, gibt es meine
Deutungen und Erklärungen des Geschehens. Dabei habe
ich es ähnlich wie in einer Psychoanalyse gemacht. Der
Psychoanalytiker versucht die Hintergründe des
seelischen Erlebens seines Patienten zu erkennen. Er sucht
nach dem verborgenen Sinn dessen, was sein Patient sagt, und
teilt es ihm mit. Das heißt in der Sprache der
Psychoanalyse Deutung. So mache ich es mit den Personen
dieser Geschichte.
Dabei ergibt sich aber
für Sie als Leser ein Problem. Wenn Sie die Geschichte
von Barbara wie einen Roman lesen wollen, werden Sie merken,
dass etwas anders ist, als Sie es sonst von Romanen her
kennen. Wenn Sie versuchen, den Text wie eine Dokumentation
zu lesen, also wie eine wahre Geschichte, passt das auch
nicht. Sie werden beim Lesen mitunter den Eindruck bekommen,
als ob Sie mit dem, was da steht, gemeint sind. Durch die
Erklärungen wird das noch unterstrichen. Und das ist
manchmal aufregend, manchmal auch nicht angenehm.
Wenn wir etwas über Menschen lesen, seien es nun
reale oder fiktive Personen, identifizieren wir uns mit
ihnen. In den Romanen haben wir die Auswahl, ob wir es mit
dem Helden oder dem Schurken oder mit beiden halten wollen.
In einer Dokumentation über wirkliche Ereignisse
können wir uns mit den Menschen, über die
berichtet wird, identifizieren oder mit dem
Berichterstatter. Beim Lesen dieser Webseite geht es Ihnen
zunächst nicht anders. Sie merken, dass Sie wie die
eine oder andere Figur empfinden, und dann lesen Sie, dass
diese Empfindung einen Hintergrund hat, der Ihnen gar nicht
bewusst war. Es ist ein wenig so, als ob Sie eine
Psychoanalyse machen, zu der Sie sich doch gar nicht
entschlossen haben.
Dieses Problem können
nur Sie selbst lösen. Entweder Sie finden Gefallen
daran, das eine oder das andere über sich zu erfahren
oder Sie lesen die Geschichte von Barbara nicht. Wenn man so
will, ist es eine neue Form des Schreibens, zu der es noch
keine Vorbilder gibt. Das erfordert auch eine andere
Einstellung beim Lesen.
Prof. Dr. med. Frank
Matakas
Impressum / Kontakt
Prof. Dr. med.
Frank Matakas
Sigmaringer Straße 18
50935 Köln
Telefon 0221-461754
http://www.matakas.de
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