Glossar

Neuroleptika

Die Neuroleptika mindern die gefühlsmäßigen Reaktionen. Man wird ein bisschen gleichgültiger gegenüber allen Dingen. Das kann in vielen Fällen eine günstige Wirkung auf die seelische Verfassung haben. Die Neuroleptika können helfen, sich besser gegen die Umwelt abzuschirmen. Man regt sich nicht mehr so auf, die Dinge gehen einem nicht mehr so unter die Haut. Sie schaffen auf künstliche Weise ein „dickes Fell“. Im Falle einer psychotischen Störung, besonders bei der Schizophrenie, sind sie von großem Wert, weil sie Symptome wie Wahn und Halluzination zum Verschwinden bringen, mindestens aber abmildern. So können sie auch einen Rückfall in die Psychose verhindern.

Das Problem bei den Neuroleptika sind die Nebenwirkungen. Bei hoher Dosierung bewirken sie eine gewisse Minderung der Vitalität. Nach langem und intensivem Gebrauch können sie auch dazu führen, dass gewisse Persönlichkeitsanteile verkümmern. Die älteren (z. B. Ciatyl, Decentan, Fluanxol, Haloperidol,) verursachen leicht Verkrampfungen, bei längerem Gebrauch zwar harmlose aber lästige Bewegungsstörungen (Steifheit der Muskulatur, Zittern), bei sehr langem Gebrauch Bewegungstörungen, die sich nicht mehr zurück bilden. Die neueren machen u. U. sehr dick, weil sie einen unwiderstehlichen Appetit verursachen (z. B. Abilify, Leponex, Olanzapin, Risperdal, Seroquel, Solian). Nicht selten dämpfen die Neuroleptika die sexuelle Lust und beim Mann mindern sie manchmal auch die Potenz. Meist ist aber auch das eine Frage der Dosierung.

All diese Nebenwirkungen treten nicht auf oder sind so gering, dass sie vernachlässigt werden können, wenn die Neuroleptika ausreichend niedrig dosiert werden. Das heißt, sie sind oft eine unverzichtbare Hilfe bei der Behandlung, sollten aber niemals die einzige Behandlungsmaßnahme sein.

Quelle: Prof. Dr. med. Frank Matakas, Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychoanalyse


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